Willkommen bei Quadricornus!
Liebe Alphornfreundinnen und Alphornfreunde,
herzlich willkommen auf unserer Homepage „alphornchoral.de“.
Sie finden hier vorwiegend für Alphorn bearbeitete Bläserchoräle auf der Basis des „Posaunenchoralbuches zum Evangelischen Gesangbuch Württemberg“ und andere „alphorngeeignete“ Melodien, also „Musik für das Alphorn“ nach der Definition des Schweizer Alphornexperten Hans-Jürg Sommer – aber dazu später mehr.
Wie ist es zu dieser Seite gekommen?
Eigentlich waren das Corona-Virus und die damit verbundenen Einschränkungen für die Posaunenchöre in Baden-Württemberg der Auslöser, als Alphornbläser über die gewohnte Literatur hinaus das Posaunenchoralbuch auf Alphorn-geeignete Choräle zu durchstöbern.
Nach dem „Übverbot“ in geschlossenen Räumen im Frühjahr 2020 verlegte der Backnanger Gesamtkirchengemeinden-Posaunenchor seine mittwochabendlichen Proben einfach auf den Sonntagmorgen vor den für Besucher gesperrten Seniorenheimen, bis dann die weitergehenden Kontaktbeschränkungen auch diese Alternative unmöglich machten.
Die so entstandene musikalische Lücke füllten dann die Alphörner, die vorher bis auf gelegentliche Freiluft-Einsätze wie beim Erntedankgottesdienst eher ein Nischendasein fristeten.
Durch die coronabedingt reduzierten „Zerstreuungen“ ergab sich zudem Zeit zu regelmäßigem Üben und so führten die erlaubten 4 Bläser aus zwei Familien das Sonntagmorgenblasen des „downgelockten“ Posaunenchores eben mit den Alphörnern weiter – die Abstandsregelungen sind ja beim Alphorn kein Thema…
Trotz aller wissenschaftlichen Unbedenklichkeitserklärungen der Blechblasinstrumente wurde dann vor Weihnachten 2020 ein „Amateurblasverbot“ verordnet, so dass jede bläserische Aktivität nur noch in kirchlichem Rahmen zulässig war.
Und dieser wurde dank der damaligen Stiftskirchen-Pfarrerin Sabine Goller-Braun geschaffen, die nach ihrem Gottesdienst am Sonntagmorgen gemeinsam mit uns Alphornbläsern reihum vor den Seniorenheimen eine „Musikalische Kurzandacht“ feierte – zur großen Freude der durch die begrenzten Besuchsmöglichkeiten und teilweise auch Quarantäne in ihren sozialen Kontakten eingeschränkten Senioren.
Bedingt durch die wechselnden Wochenlieder und den „musikalischen Jahreskreis“ in der Liturgie musste das Posaunenchoralbuch nach „alphornpassenden“ Choralmelodien durchforstet werden, wobei natürlich teilweise Anpassungen erforderlich sind und sich auch manchmal – so z.B. durch die bewusste Verwendung des Alphorn-fa (11. Naturton) – Veränderungen in der Harmonie ergeben, die (nicht nur) die Zuhörer überraschen.
Warum Alphorn und nicht einfach „Blech“?
Der Klang dieses Naturinstrumentes geht in seiner „ungeschliffenen“ Ursprünglichkeit einfach „tiefer“ und lässt vor dem inneren Auge das Bild von Bergen mit ihrer majestätischen Beständigkeit und ihrer heilsamen Ruhe entstehen, er „erdet“ und lenkt gleichzeitig aber auch den Blick zum Himmel – wie heißt es doch in Psalm 121: Ich schaue hinauf zu den Bergen – woher kann ich Hilfe erwarten? Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat!
Und was könnte besser in diese Zeit passen?
Noch ein offenes Wort an die Schweizer Alphornfreunde
Ungeachtet der Tatsache, dass das Alphorn in der heutigen, akustisch optimierten Form und seiner vorwiegend maschinellen Herstellungsweise ein recht „modernes“ Instrument ist (Eckhard Böhringer, Tuba Pastoritia – Das Hirtenhorn, 2015) – auch ist erst seit 1815 mehrstimmig komponiertes Musizieren mit Alphörnern belegt (Brigitte Bachmann-Geiser, Das Alphorn, 1999) - so ist es doch untrennbar mit der Schweiz verbunden.
In unserer Gegend (Stuttgarter Umland) gibt es nicht einmal erhaltene Hirtenhörner, da die Weidewirtschaft dank der guten, meist ackerbaulich genutzten Böden keine Tradition hat.
Auch fehlt uns die Majestät der Berge – die Waldhügel des Schwäbischen Waldes bieten zwar schöne Stellen zum Blasen, sind aber kein Ersatz für die Alpen - und wir haben zudem kein „alphorngeschultes“ Publikum.
Deshalb sehen wir im Alphorn zuerst einmal ein – wenn auch sehr besonderes – Musikinstrument und blasen darauf, was unserer Meinung zu diesem Instrument passt – die meist getragenen „alten“ Choräle allemal.
Mittlerweile bewegt sich unser Repertoire mehr in die „weltliche“ Richtung: Traditionelle Musik für Naturtrompeten oder –hörner, Volkslieder, geeignete Stücke aus der „Alten Musik“ (Renaissance, Frühbarock) und gelegentlich auch Passendes aus neuer Zeit.
Natürlich blasen wir auch „traditionelle“ Alphorn-Sätze, um die ganze Vielfalt des mit dem Alphorn Möglichen zu Gehör zu bringen.
Nach dem Verständnis des schon eingangs genannten Schweizer Alphornexperten Hans-Jürg Sommer machen wir damit „Musik für das Alphorn“, während er als „Alphornmusik“ die überlieferten Melodien definiert und ein ans Jodeln angelehntes Blasen als „typisch schweizerischen Alphorn-Dialekt“ bezeichnet.
Wie beschreibt er es so schön: Wir haben andere Beweggründe fürs Alphornblasen „in unserem Rucksack“.
Problematisch empfinden wir allerdings den Begriff „alphorngemäße Musik“ – „gemäß“ ist ohnehin ein schwieriges, weil wertendes und einengendes Wort, auch in der Musik.
Wie viele Orgelstücke wurden schon für Bläserensembles umgeschrieben und klingen auch in dieser Darbietung „überzeugend“, ja manchmal sogar noch interessanter als mit dem „statischen“ Orgelklang. In der alten Musik musste man die Musiker nehmen, die gerade verfügbar waren – die meisten „Stadtpfeifer“ waren ohnehin Multiinstrumentalisten und wählten die zum Auftrittsumfeld passenden Instrumente.
Für Fagott geschriebene Konzerte werden von Cellisten gestrichen, Violinenstimmen in Liebhaberkreisen mit den oft leichter verfügbaren Blockflöten ersetzt - die Beispiele für einen „freizügigen“, aber meist gelungenen Umgang mit Instrumentenvorgaben sind zahlreich.
Und nicht außer Acht gelassen werden darf auch die physikalisch-akustische Weiterentwicklung der Instrumente, die einmal dem Instrumentalisten neue technische Möglichkeiten eröffnet, meist aber auch den Klang – teilweise sogar erheblich – verändert, so dass der Höreindruck einer „alten“ Komposition ein ganz anderer ist, wenn sie mit „historischem“ Instrumentarium aufgeführt wird.
Nach unserer Überzeugung lässt sich ein „alphorngemäßes“ Stück auf dem Alphorn ohne allzuviele „Anpassungen“ blasen und – ganz wichtig - der „Charakter“ des Stückes passt zum Alphorn und daran orientiert sich auch unsere Musikauswahl – wir sprechen nach Hans-Jürg Sommer eben einen „dilettantischen“ und keinen „volkstümlichen Dialekt“, wobei das Wort „dilettantisch“ hier in seiner ursprünglichen Bedeutung gemeint ist: von lateinisch „delectari“, übersetzt „sich erfreuen“.
Alle 4 Alphörner sind Instrumente von Franz Schüssele (www.alphorn-center.de), und zwar jeweils 2 aus Fichte und aus Erle, von den beiden letzteren hat das „Bass-Instrument“ eine weitere Mensur.
Sie wurden aus Bausätzen fertiggestellt, sind nicht mit Peddigrohr umwickelt – wir lieben Holz pur - und mit einem „historischen“ Lack aus unbehandeltem (Speise)Leinöl, Propolis und Mastix eingelassen.
Da wir den etwas „fülligeren“ Klang lieben – und als Blechbläser Es-Dur ohnehin „gewöhnt“ sind – blasen wir mit einer entsprechenden Verlängerung in Es-Stimmung.
Eine interessante Erfahrung durften wir machen, als wir uns in Vorbereitung auf einen Kurs bei Balthasar Streiff – übrigens eine blastechnische Offenbarung – auf das Blasen in F umstellen mussten: In dieser Stimmung weicht der 11. Naturton nach unserem Höreindruck stärker von der gewohnten „Skala“ ab als in der Es-Stimmung. Es ist daher davon auszugehen, dass die Stücke unseres Repertoires, in denen der 11. Naturton häufiger vorkommt, in F etwas „eigenständiger“ klingen als in Es.
Noch ein Wort zum Urheberrecht:
Wir haben uns bemüht, die gesetzlichen Vorgaben zum Schutz geistigen Eigentums zu beachten – sollte irgendwo ein Verstoß vorliegen, war es Versehen, keine Absicht und wir bitten um Nachricht und Nachsicht.
Noch eine Bitte zum Schluss:
Die auf dieser Seite eingestellten Stücke sind kostenlos und zur freien Verfügung. Daher wäre es unfair, wenn diese Stücke in irgendeiner Form zum „Geldverdienen“ verwendet würden.
Und nun wünschen wir Ihnen viel Freude beim „Stöbern“!





